NORWEGEN-TOUR 24.07.-24.08.2014

32 Tage, 9.064 gefahrene Kilometer, 21 Fährfahrten

Norwegen 2014 StepMap Norwegen 2014

Tag 1

Bereits um 4:30 Uhr klingelt der Wecker, doch ganz entspannt fahren wir erst zwei Stunden später los. Bei Flensburg brechen wir in die dänische Atmosphäre ein - Außentemperatur 27°C. Um uns herum Weizenfelder soweit das Auge reicht. Wir fahren in Richtung Malmö, über den Storebaelt und den Öresund. In Schweden geht es zweispurig konstant mit 110km/h vorwärts. Baum - Baum - Baum - Baum - ... Bei Hörle finden wir auf einem Parkplatz entlang der Straße einen Schlafplatz für die Nacht.

Tag 2 und 3

8:30 Uhr und 24°C, fantastisch. Das Ziel Nordkapp fest vor Augen fahren und fahren wir. Am nächsten Tag überqueren wir bei 28°C um 11:30 Uhr den nördlichen Polarkreis. Insgesamt kommen wir nach 3 Tagen und 3.403km gesund und etwas müde um 0:46 am Nordkapp an - es ist noch taghell, Touristen drängen sich um die Weltkugel und im Souvenirshop.

Das Nordkapp ist ein ganz besonderer Ort und der wird es von nun an für uns auch immer bleiben.

Tag 4 und 5

Für etwa 40,- haben wir direkt am Nordkapp übernachtet, nach dem Aufstehen umrunden und erkunden wir nochmals das Kapp und trinken überteuerten Kaffee. Wir fahren gerade um die nächste Ecke in das kleine Fischerörtchen Skarsvag und beschließen, dort zu bleiben - am Ende der Hafenmole stellen wir einfach unser Auto ab. Wir angeln, genießen die gefangenen Fische, sehen Schweinswale, Seeotter, Seeigel und ein Wiesel.

Wir fahren zurück durch die vielen Tunnel und weg vom Nordkapp. Mein Ehemann in spe geht unterwegs im 10°C kalten Meer schwimmen - ich stehe am Steinestrand eingepackt in Fleece- und Windjacke und Mütze. Durch unwirklich erscheinende Landschaft und Regen fahren wir bis nach Alta, finden einen Schlafplatz direkt am Wasser und unter der Einflugschneise des Flughafens.

Tag 6

Wir besuchen das Alta-Museum mit urzeitlichen Felszeichnungen und anderen Funden aus der Gegend. Auch gibt es in dem Museum einen Luftschutzbunker, den per Gesetz jedes größere Haus bis 1994 haben musste. Entlang der Fjorde fahren wir weiter und werden hinter jeder Kurve von Neuem überrascht. In Storeng direkt am Fjord halten wir für die Nacht. Die Sonne verschwindet gerade so hinter dem Berg auf der gegenüberliegenden Seite, bevor sie aber sofort wieder dahinter hervortaucht.

Tag 7

Zunächst wird in Ora das Abendessen per Fischfang gesichert. Bei Starslett machen wir einen Abstecher ins Reisadal, denn dort soll es einen >200m hohen Wasserfall geben. Naja, nach 40km Autofahrt ins Tal hinein sind es immer noch 19km pro Strecke zu Fuß, was uns dann doch zu unsicher ist. Also fahren wir das Tal erneut zurück ans Meer. In Olderdalen essen wir zu Abend und nehmen die erste Fähre nach Lyngseidet, im Anschluss daran die Fähre von Svensby nach Breivikeidet. Tromso ist unser Tagesziel heute.

Tag 8

Nach einem leckeren und ausgiebigen Frühstück erkunden wir Tromso, das Paris des Nordens, zu Fuß. Paris des Nordens trifft es für uns nicht ganz, dennoch ist es ein lebhaftes und hübsches Städtchen. Auch das Polaria-Museum ist ein Besuch wert. Wir fahren weiter über Kavoya auf die Insel Senja. Oberhalb des romantischen Ortes Husoy finden wir einen Schlafplatz für die Nacht.

Tag 9

Die Sonne weckt uns. Wir fahren weiter über die Insel, in Bovaer sammeln wir Muscheln am Strand, der über und über mit Korallenstücken bedeckt ist. Im Wasser vor uns liegen Inselchen wie in der Karibik. Der angeblich größte Troll mit Eintrag im Guinessbuch hier auf Senja ist einfach Kitsch, wenigsten steht er dort nicht mehr alleine, sondern hat eine Frau an seine Seite gestellt bekommen. Die Überfahrt nach Andenes auf der Insel Andoya gestaltet sich wellenreich.

Tag 10

Wir beobachten beim Frühstück die Menschenhorden, die zu den Schiffen für die Walsafari pilgern. Über 50 Menschen quetschen sich unter Deck, um auf Wale zu warten - wir entscheiden uns dagegen. Gleich hinter dem ersten Tunnel liegt ein weißer Traumstrand vor uns, mit türkisfarbenem Wasser und unglaublich weichem Sand. Sogar die Sonne kommt hervor und ein Papageientaucher begeistert uns, wie er einfach so in der Brandungszone sitzt.

Tag 11

Wir schlafen direkt an einem Naturschutzgebiet mit extravagantem Vogelkonzert am Abend. Unser heutiges Ziel ist Sto, wo wir die Dronningruta wandern wollen. Bis zum dritten Gipfel ist auch noch alles in bester Ordnung, dann wird es eher unschön. Zipfel runter, Zipfel rauf und am Ende noch ein exklusiver Klettersteig mit anschließend morastigem Gelände. Entlang der Küste geht es zurück zum Ausgangspunkt. Die im Reiseführer als angenehme Tour ausgeschilderte Wanderung sollte man eher als schwieriger einstufen, zumindest trittfest und schwindelfrei sollte man sein. Wir sind wirklich froh, als wir nach 8 Stunden Wanderung wieder heil am Auto zurück sind.

Tag 12

Nach der anstrengenden Wanderung am Vorabend, von der wir erst im 23:30 Uhr am Auto zurück waren - ja, es ist um diese Uhrzeit noch hell - schlafen wir tief und fest bis mittags. Irgendwann müssen wir dann doch dem etwas strengen Geruch folgen und entdecken direkt hinter unserem Lager ein Trockenfischlager. Von Melbu aus nehmen wir die Fähre nach Fiskebol mit unserem nächsten Ziel vor Augen:  die Lofoten. Zum Schlafen finden wir einen sehr schönen Platz auf einer Insel im Fjord. Gegen Abend lässt sich die Sonne blicken, es wird geangelt und gelernt.

Tag 13 und 14

Wir fahren nicht wirklich weit heute, bloß 34km. Am Austnesfjord bleiben wir für die Nacht stehen und genießen eine 40cm lange Makrele zum Abendessen. Während wir den Fisch in der Pfanne braten, taucht neben uns im Fjord prustend ein Wal aus dem Wasser auf, nur etwa 4m entfernt. Unglaublich. Wie wir erfahren, hat sich vor etwa einer Woche ein Zwergwal in diesem doch sehr kleinen Fjord eingenistet und dreht dort bei der Suche nach Nahrung seine Runden. Sogar das Fernsehen sei schon dort gewesen. Auch am nächsten Tag sind wir noch völlig von den Socken und können nicht aufhören, nach ihm Ausschau zu halten. Am Morgen steht M. bereits um 4 Uhr auf, um den Wal zu beobachten. Im Laufe des Tages trennen wir uns dann doch vom Fjord und "unserem" Wal und fahren weiter die Lofoten hinab bis nach A.

Tag 15

In A waren wir zum ersten Mal nicht alleine für die Nacht an einem Schlafplatz. Dennoch lassen wir uns von der Hektik der anderen nicht anstecken. Bei Nebel und Wolken fahren wir die Lofoten wieder hinauf. In Sund sehen wir uns ein Schiffsmotor- und Allerlei-Krempel-Museum an. Auch in das wohl älteste Fischerdorf Nusfjord machen wir einen Abstecher. Kurz kommt sogar die Sonne hervor. Wir fahren noch bis zum Austnesfjord zurück und erblicken den Zwergwal erneut. Es ist wirklich begeisternd.

Tag 16 und 17

Wir können uns nicht vom Wal trennen, jedoch zeigt er sich uns heute nur noch ein einziges Mal. So fahren wir dann doch weiter, in Richtung Fauske. Das Wetter wird immer besser und sonniger und wir finden heute kein richtiges Ende.

Am nächsten Morgen ist Kaiserwetter. Am Saltstraumen, dem größten Gezeitenstrom der Welt, angelt M. sehr sehr erfolgreich. Am Beginn der Küstenstraße 17 verspeisen wir einige der gefangenen Fische, essen Eis und gehen am Strand spazieren - im Wasser wimmelt es von kleinen Plattfischen. Wir fahren noch weiter bis Jelkvik. Auf dem Weg dorthin beeindruckt uns der Blick auf den Svaltissen-Gletscher.

Tag 18 und 19

Bei steifer Brise nehmen wir die Fähre und folgen am anderen Ufer der Küstenstraße. Gegen Abend besuchen wir das Petter-Dass-Museum, er war ein bekannter Dichter und Pfarrer in dieser Gegend. In Trofors beeindruckt uns der Wasserfall Laksfors.

Frühstück draußen in der Sonne, so schön. Auf der E6 fahren wir in Richtung Trondheim. Die Landschaft ist eher unspektakulär, von Ackerbau geprägt. Und dann passiert es, lange haben wir ihn doch herbeigesungen:  ein ELCH. Da steht er einfach so da, mitten im Feld. Und was für ein großes Tier. Trondheim sieht ganz nett aus. Auf der Suche nach Einkaufsmöglichkeiten und Baumarkt verfahren wir uns etwas, was zur Folge hat, dass wir jedesmal bei Einfahren in die Stadt bzw. Abfahren von der Schnellstraße erneut eine Mautgebühr bezahlen müssen. Zum Merken:  der Baumarkt/Krempelmarkt Biltema hat die länglichen Gaskartuschen für Campingkocher!

Tag 20

Die Nacht haben wir in Kanestraum verbracht. Unser Ziel heute ist die Atlantikstraße. Früh bleiben wir an einer Stichstraße direkt am Meer stehen. Diesmal verirrt sich ein Krebs an die Angel. Von unserem Platz aus haben wir zum ersten Mal fast uneingeschränkte Sicht auf den Horizont und erleben auch noch einen fantastischen Sonnenuntergang. Als Krönung des schönen Tages werden uns zwei Törtchen aus dem Nachbarscamper als Nachtisch vorbeigebracht.

Tag 21 und 22

Wir fahren in Richtung Jugendstilstadt Alesund. Dort finden wir direkt am Atlantikmuseum einen Schlafplatz - dieses wollen wir uns morgen ansehen. Mit einem netten Pärchen aus Deutschland quatschen wir im Stechmückenschwarm und im Schein einer Zitronella-Kerze bis es "dunkel" wird.

Die Mücken haben uns ganz schön zugerichtet, was erneut eine Premiere in diesem Urlaub ist. Weiter nördlich war von Mückenalarm nichts zu spüren. Im Aquarium sind wir zunächst fast allein, es ist toll. Die getauchte Fütterung im größten Becken ist sehenswert. Im Anschluss an das Aquarium spazieren wir noch durch Alesund. Im Einkaufsviertel entdecken wir den ersten Frischfischhändler des Urlaubs und kaufen uns Muscheln. Perfekt, denn M. konnte am Morgen Angelhaken gegen eine Flasche Weißwein eintauschen. Über den Trollsteig fahren wir nach Valldal und genießen unsere Moules.

Tag 23

Wir nehmen von Linge aus die Fähre. Wir folgen der Straße nach Geiranger am Geirangerfjord. Der Fjord ist gigantisch, der Ort natürlich eher touristisch ausgelegt. Entlang des Strynefjellvegens erleben wir beeindruckende, unwirkliche Landschaft.

Tag 24

Unser erstes Ziel heute ist Lom mit seiner hölzernen Stabkirche. Auf dem Sognefjellvegen fahren wir in Richtung Jostedalsbre-Gletscher, den wir am Abend erreichen.

Tag 25 und 26

Wir fahren die Mautstraße am Fuße des Gletschers bis zum Ende und frühstücken dort mit Blick auf die blaue Gletscherzunge. Anschließend wandern wir über das Muränenfeld bis zum Gletscherrand - ähm Flatterband. Der Rückweg gestaltet sich einfacher - per Boot über den Gletschersee, was nochmals eine andere Perspektive erlaubt. Wir fahren noch entlang des größten, tiefsten, längsten und wunderbarsten Sognefjords bis nach Oppedal.

Zunächst fahren wir nach Bergen und anschließend zum Hardangerfjord. Wir schlafen am Steinsdalfossen.

Tag 27 bis 29

Wirklich Spannendes passier heute nicht. Den Abschluss des Tages finden wir entlang einer wirklich kleinen Gebirgsstraße ohne Namen vor Artun. Am nächsten Tag führt uns der Weg weiter in Richtung Preikestolen. Am Laksfossen können wir tatsächlich springende Lachse beobachten.
Trotz des motivierten Weckerstellens auf eine unsägliche Zeit, fällt das Wandern zum Preikestolen sprichwörtlich ins Wasser. So entschließen wir uns weiterzufahren und zwar in Richtung Kristiansand - unsere letzte Etappe in Norwegen. Mit exquisitem Wellengang verabschieden wir uns von Norwegen und steuern in Richtung Dänemark. Übermotiviert fahren wir noch bis nach Hamburg.

Tag 30 bis 32

Die Stadt Hamburg ruft. Von unserem Schlafplatz aus können wir direkt die U1 in die Innenstadt nehmen. Unser erstes Ziel heute ist die Speicherstadt und Hafen-City. Gegen Mittag fahren wir nach Altona und treffen einen ehemaligen Schulkameraden von M. Anschließend fahren wir zu den Landungsbrücken und entschließen uns zu einer Hafenrundfahrt auf einer Barkasse, welche kommentiert von einem waschechten Hamburger Steuermann auch wirklich klasse ist. Wir Glückspilze ergattern in der Touristeninformation dann doch auch tatsächlich noch die beiden letzten Karten für König der Löwen am Abend. Nach St.Pauli, Cafébesuch, Reeperbahn und U-Bahn-Rundfahrt ist es dann auch soweit. Einen unvergesslichen Abend lassen wir im Restaurant Heimat in der Hafen-City ausklingen.

Die Stadt heute ist voll, es ist Vattenfall-Cyclassic. Wir beginnen den Nachmittag in einem Café und fahren dann zur U-Bahn-Haltestelle der Universität in der Hafen-City, hier kann man eine Musik-Lichtshow erleben. Abends lassen wir es uns im Restaurant Heimat so richtig gutgehen. Was für ein Abend - was für eine Urlaubsreise.