KANADA 2016

22 Tage, 4.200 gefahrene Kilometer, 5 Nationalparks, unzählige Tiere

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Tag 1

Alles verläuft reibungslos. Nach einem wirklich raschen Flug von Frankfurt nach Paris steigen wir quasi direkt in die nächste Maschine, die uns innerhalb von zehn Stunden nach Vancouver bringen wird. Die erste freudige Überraschung war bereits das Pain au Chocolat im ersten Flieger. Das Essen ist grundsätzlich sehr gut. Mit Champagner und Wein stoßen wir auf unseren ersten standesamtlichen Hochzeitstag an. Bei tollem Wetter erleben wir nach zehn Stunden Flug und neun Stunden Zeitverschiebung einen doch durchaus spektakulären Landeanflug auf Vancouver. Die Passkontrolle geht schnell, innerhalb von fünf Minuten haben wir sogar schon unsere Koffer wieder bei uns. Kaum draußen, kommt schon das Shuttle zum Hotel angefahren. Unser Zimmer können wir direkt beziehen und duschen erst einmal, bevor wir per Taxi zur UBC und dem Museum of Anthropology fahren. Dieses ist sehenswert. Im Anschluss steigen wir zum Wreck Beach (Nudistenstrand) hinab und werden gleich von einer nackten Kanone begrüßt. Wir laufen ein Stück um die Landzunge herum und erklimmen 440 Stufen, um wieder nach oben zu kommen. Es folgt eine Irrtour, bis wir auf dem riesigen Gelände der UBC den richtigen Bus finden. Die Busfahrerin lässt uns sogar gratis mitfahren. Für uns neu: Fahrräder werden hier vorn am Bus transportiert. Im Hotel gibt es Burger + Wrap. Nach fast 24 Stunden Wachsein siegt nun doch die Müdigkeit und wir fallen gegen 20 Uhr Ortszeit ins Bett.

 

Highlights:  Flug mit Air France . übersichtlicher Flughafen . kostenloser Hoteltransfer . Museum of Anthropology

Unterkunft:  Coast Vancouver Airport Hotel

Restaurant:  White Spot

Tag 2

Auschecken bei blauem Himmel. Mit dem Bus geht es direkt nach Downtown und zu unserem Hostel. Wir parken unser Gepäck und ziehen gleich los in Richtung Gastown. Dort erstehen wir Tickets für eine Hop-On-Off-Tour, steigen auch gleich zu und fahren fast die komplette Tour. So erhalten wir vorab einen tollen ersten Eindruck dieser unglaublichen Stadt. In Chinatown verlassen wir den Bus und sehen uns den Dr. Sun Yat Sen Classical Chinese Garden an - Refreshment for the heart. Unsere Mägen knurren dann doch ganz beträchtlich und wir verspeisen direkt an der Statue von Gassy Jack Pulled Pork und andere Leckereien. Zwischen all dem schönen Touristenschein lassen einen die Bilder der vielen Obdachlosen und Drogenabhängigen, die vor allem in Gastown das Straßenbild prägen, nicht los. Auf dem Weg zurück zum Hostel nehmen wir noch das Pfeifkonzert der Steam Clock an der Water Street mit. Nach Zimmerbezug und kurzer Erfrischung laufen wir zum Canada Place und beobachten die Wasserflugzeuge. Abends gibt es Riesen-Sushi, um 20 Uhr ist erneut Schicht im Schacht für heute.

Tag 3

Hochzeitstag! Früh sind wir auf, besorgen uns Kaffee und Frühstück und fahren mit dem ersten Hop-On-Off-Bus zum Vancouver-Aquarium im Stanley Park. Dieses kann das Aquarium in Alesund, was wir bereits erleben durften, nicht toppen. Entlang des Seawalls und mit tollen Ausblicken umrunden wir den Stanley Park zu Fuß bis zum Prospect-Point. Dort essen wir zu Mittag und fahren im Anschluss mit dem Bus weiter über den Ferguson-Point zur English Bay. Dort nehmen wir einen Wasserbus nach Granville Island & dem Public Market. Mit dem Bus geht es weiter zurück nach Downtown. Wir machen uns im Hostel frisch und sind pünktlich für 19 Uhr auf dem Tower Top of Vancouver und erleben im drehenden Restaurant fantastische Ausblicke, tolles Essen und einen unglaublich schönen Abend. Heute schaffen wir es bis 23 Uhr wach zu bleibe, Jetlag adé?!

Tag 4

Früh sind wir wach. Nach kurzem Im-Kreis-Laufen finden wir auch die richtige Bushaltestelle und können pünktlich unser Mietauto abholen. Nach erneutem Im-Kreis-Fahren finden wir den Weg aus Vancouver hinaus und über die Lions Gate Bridge. Auf der anderen Seite folgen wir dem Marine Drive gen Horseshoe Bay, tätigen den ersten Einkauf und haben Lunch im Whitecliff Park mit Meerblick. Das nächste Ziel, die Fähre, erreichen wir erst nach - was ganz Neues heute - mehrmaligem Im-Kreis-Fahren und eingeholter Wegbeschreibung. Zwei Fähren später können wir endlich nach Nanaimo auf Vancouver Island übersetzen - eine tolle Fahrt bei ruhiger See. Dort folgen wir dem HW 19A entlang der Küste nordwärts, kaufen erneut ein, gehen im Meer schwimmen und sind am Ziel in Comox ganz erfreut über unsere tolle Unterkunft. Erkenntnis des Tages: kanadische Autos hupen beim Auf- und Zuschließen.

Tag 5

Um 7 Uhr klingt der Wecker - heute gehen wir auf Walsafari. Pünktlich kommen wir nach etwa einer Stunde Fahrt in Campbell River an. Nachdem wir uns alle in die Astronauten-ähnlichen Suits gepackt haben, steuern wir mit dem Zodiac aufs Meer hinaus. Ein Weißkopfseeadler verabschiedet uns am Hafenausgang. Zunächst fahren wir zu einer Insel mit Harbour-Seals und allerlei Vogelkolonien. Es erreicht uns die Nachricht, dass weiter südlich Buckelwale - humback whales - gesichtet wurden, Zunächst können wir einen Einzelgänger beobachten, später sogar noch die beiden Walbrüder Ariel & Kean. Sie zeigen sogar Schwanzflosse (einmal Schwanzflosse heben verbrennt um die 1.000 Kalorien) und einen Jump. Es ist fantastisch. Noch weiter gen Süden steuern wir eine Insel mit Seelöwen an, ganz in der Nähe entdeckt Max eine Finne. Und tatsächlich - vor uns tauchen Orcas auf. Letztendlich können wir zwei Familien beobachten und begleiten diese eine Zeit lang. Nach einem stärkenden Lunch in Lund fahren wir, in der Hoffnung noch Bären und weitere Tiere zu sehen, in die gigantische Inselwelt hinein. Bis auf tolle Landschaft bekommen wir heute kein Tier mehr zu Gesicht, doch das kann dieses unglaubliche Erlebnis, Wale gesehen zu haben, kein bisschen schmälern.

Tag 6

Erneut klingelt der Wecker um 7 Uhr. Nach einem gemütlichen Frühstück verlassen wir The Nook, fahren tanken und zur Fähre in Richtung Powell River. Dort kommen wir gegen 12 Uhr an und fahren direkt zum B&B nach Brew Bay mit der Idee, dort den Tag ganz gemütlich zu verbringen. Einchecken können wir hier jedoch noch nicht und baden ist auch nicht so schön. So steigen wir wieder ins Auto und fahren den HW 101 (dieser beginnt in Mexiko!) bis ans nördliche Ende nach Lund. Dort finden wir ein schönes Plätzchen im Hafen zum Picknick und Eisessen. Auf der Suche nach einem Badeplatz befahren wir noch ein paar weniger gut befestigte Straßen. Nach einem spontanen, kurzen Nickerchen essen wir abends im Laughing Oyster mit Blick auf den Okeover Inlet. Auf dem Rückweg zum B&B erleben wir noch einen stimmungsvollen Sonnenuntergang.

Tag 7

Um 7 Uhr klingelt der Wecker. Nach einem blaubeerreichen Frühstück machen wir uns zur Fähre auf, um von Saltery Bay nach Earls Cove überzusetzen. Dort biegen wir gleich zum Egmont Provincial Park ab und machen uns zu Fuß auf zu den Skookumchuck Narrows, ein Gezeitenstrom mit bunt belebten Meerwasserpools (einfache Strecke etwa 4km). Dort angekommen beginnt kurz darauf die Flut und die Strömungen setzen sich in Bewegung. Wir sehen Seesterne und -igel, Surfer und Kanuten und laufen durch Regenwald. Zurück am Auto und nach Burger-Stärkung fahren wir entlang der Küste zur nächsten Fähre, die uns zurück nach Horseshoe Bay auf das Festland bringt. Dort nehmen wir den HW 99 nach Norden. In Squamish fahren wir noch mit der Sea-to-Sky-Gondola und genießen oben die Aussicht, die Sonne und Livemusik. Bei gutem Wetter auf jeden Fall lohnend. Ich bin dennoch wieder froh, bald wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Wir übernachten heute im Hostel in Whistler.

Tag 8

Erneut klingelt der Wecker um 7 Uhr. Wir testen noch vor dem Frühstück die Skype-Verbindung nach Deutschland. Frühstück gibt es dann noch im Hostel: Latte Macchiato, Morning und Blueberry Muffin. Im Anschluss machen wir uns auf den langen Weg nach Clearwater. Unser erster Stopp ist bei den Nairn Falls, zu denen man etwa 1,5km hinspaziert. Belohnt wird man mit beeindruckend tosendem Wasser. Auf dem Rückweg kühlen wir unsere Füße an einem echten Flussstrand. Mittlerweile sind es 30°C. Nächster Halt bei den Joffres Lakes, wobei wir nur zu den unteren der dreien laufen, da wir doch noch etwas Fahrtstrecke vor uns haben. Entlang des HW 99 passieren wir den Duffrey Lake und einige weitere. Ab Pemberton ändert sich die Landschaft allmählich. In Lilloet ist es plötzlich prärieähnlich, kark und trocken. Die Hat Creek Ranch lassen wir links liegen und fahren über Cache Creek nach Kamloops. Die Strecke scheint heute unendlich. Letztlich finden wir in Clearwater doch auf Anhieb die richtige Straße und glauben uns nach 30-minütiger Fahrt über Schotter schon falsch, doch dann taucht das Schild zum Beaver Homestead am Straßenrand auf. Keine Gastgeber da, dafür aber Hühner, Kühe + Pferd sowie andere Gäste, die einfach schon mal unsere Kabine bezogen und die Küche ausprobiert haben. In Gesellschaft vieler Schnaken essen wir zu Abend. Weite Tour heute, kein Fleisch zum Abendessen gefunden, dafür aber Wein. Landschaften, die unterschiedlicher nicht sein könnten, launisches Wetter. Und immer noch kein Bär gesichtet, dafür aber balzende Waldhühner.

Tag 9

Wir schlafen aus und frühstücken im Anschluss gemütlich. Einkauf. Mittagessen. Spielen. Lesen. Fotografieren. Relaxen mit Katze und Huhn. Spaziergang zum Beaver Lake. Hausputz und Feuermachen. Grillen zum Abendessen. Toller, erholsamer Tag!

Tag 10

Heute klingelt der Wecker bereits um 6 Uhr. Nach Spiegelei mit Bacon, Spargel und schwarzem Kaffee lassen wir das idyllische Beaver Lake Homestead hinter uns und fahren zunächst in den Wells Gray Provincial Park. Dort sind wir qasi die ersten und sehen uns die Spahat-, Dawson- und Helmcken-Falls an und genießen die Aussichten vom Shaddon Lookout und dem Green Mountain. Nach Tankstopp folgen wir dem HW 5 in Richtung Norden. In Blue River entschließen wir, eine Jeep-Safari zu buchen, um endlich Bären zu sehen (eine Stunde 100 CAD p.P.). Mit an Bord eine Chinesin mit ihrem kleinen Jungen, der lauthals während der ganze Fahrt Old McDonald has a farm singt. Wir resignieren schon und überlegen, wie wir unser Geld zurückbekommen, als wir auf der Rückfahrt zur Basis Glück haben: eine Schwarzbärenmutter mit ihrem Kind planscht am Wegesrand in einem Wasserloch. Unglaublich, das mit ansehen zu dürfen. Sogar Little Chinese Boy ist für ein paar Minuten ganz still. Völlig begeistert über diese positive Wendung fahren wir weiter. Kurz vor Valemount bewandern wir einen Wildlife Park, doch schon zu Beginn werden wir von Moskitos aufgefressen. So laufen wir nur schnell zu zwei Aussichtstürmen und leider nicht die ganze 7km-Rundtour. Wir sehen allerlei Enten, Libellen, Chipmunks, Vögel und einen Biber. Gegen Abend erreichen wir unsere schöne Unterkunft in Tete Jaune Cache und gehen direkt am Fraser River inklusive Sonnenuntergang Burger essen.

Tag 11

Erneut klingelt der Wecker um 6 Uhr. Nach kurzen Startschwierigkeiten und einem guten Frühstück starten wir in den Tag. Wir fahren in Richtung Jasper, wo wir die Maligne Lake Road entlang fahren wollen. Auf dem Weg beeindruckt uns der Mt. Robson. Am Beginn der Maligne Lake Road wandern wir den Maligne Canyon Trail hinab und im Anschluss wieder hinauf. Weiter geht es über den Medicine Lake zum Maligne Lake. Unterwegs ein weiteres Highlight: ein Elchweibchen und -männchen knabbern entspannt an jungen Bäumen am Straßenrand. Elch gesehn. Erkenntnis: entsteht hier Stau und es halten Autos mit Warnblinker am Straßenrand, so ist es in den meisten Fällen ein Tier, welches die Aufmerksamkeit auf sich lenkt, und kein Unfall. Am Maligne Lake leihen wir uns einen Kanadier und paddeln zwei Stunden vor gigantischer Kulisse. Fast wäre uns noch ein Mule Deer zugestiegen, so nah kam es dem Kanu. Auf dem Rückweg nach Tete Jaune Cache gehen wir noch einkaufen und tanken und beschließen den Tag mit einem leckeren Abendessen vom Grill auf der Terasse.

Tag 12

Erneut sind wir Earlybirds und stehen um kurz nach 6 Uhr auf. Wir lassen die tolle Unterkunft hinter uns und fahren erneut in Richtung Jasper, am Straßenrand sehen wir einen Elk und einen Schwarzbären. Heute wollen wir den Icefield Parkway HW 93 bis nach Banff hinunter fahren. Wir biegen zunächst auf den HW 93A ab und fahren zum Mt. Edith Cavell. Dort laufen wir zum Gletschersee des Angel Glacier, verlängern die Route dann spontan bis hinauf zu den Cavell Meadows. Wir sehen Marmots und unzählige Hörnchen und gleich zu Beginn sogar einen Grizzly von fern. Nach der tollen Wanderung fahren wir weiter, sehen erneut einen Schwarzbären und machen Halt an den Athabasca Falls. Am Highway können wir noch Mama Mountain Goat mit ihrem Kind bestaunen. Der Icefield Parkway flasht hinter jeder Kurve mit neuen Ausblicken, die wir alle gar nicht so schnell aufnehmen können. Gefahren in anderer Richtung soll er sogar NOCH eindrücklicher sein?! Wir können uns schwer vorstellen, dass diese Eindrücke noch zu toppen sein können. Doch ja, nicht umsonst zählt diese Panoramastraße zu einer der schönsten der Welt. Nachdem wir sonst keine großen Stopps mehr auf dem Weg einlegen, checken wir nach einem langen Tag in unserem Hotel in Banff ein und essen noch auf dem Zimmer.

Tag 13

Um 6 Uhr stehen wir auf und fahren den HW 1A, auch Bow Valley Parkway, in Richtung Lake Louise. Auf dem Weg zum Johnston Canyon sehen wir einen braunen und einen schwarzen Schwarzbären, nachdem schon direkt am Hotel drei Hirsche direkt neben unserem Auto ihr Frühstück eingenommen hatten. Am Canyon laufen wir zu den Lower und Upper Falls und weiter zu den Ink Pots, azurblaue Quellen - insgesamt 12km hin und zurück. Wir sind dort ganz allein, M. singt fleißig, damit wir keine Bären überraschen. Auf dem Rückweg begegnen wir einem Fuchs. Zurück bei den Wasserfällen stehen die Menschen Schlange und schieben sich wie eine Perlenschnur durch den Canyon. Wir fahren nach Lake Louise - auch hier treffen wir auf Autoschlangen zum Morraine Lake und dem Lake Louise. Doch wir reihen uns ein und ergattern mit etwas Geduld sogar gute Parkplätze, so dass wir beide Seen (von oben) bestaunen können. Am Lake Louise erklimmt man etwa 1,6km einen Pfad, der am Bootshaus beginnt, hat von oben aber einen tollen Ausblick. Nachdem wir irgendwie den ganzen Tag nur von 6 Keksen gelebt haben, finden wir abends etwas ausgehungert mit der Old Spaghetti Factory in Banff ein tolles Restaurant.

Tag 14

Heute ignorieren wir den 6-Uhr-Wecker und schlafen bis um 9 Uhr aus. Dann checken wir aus und fahren erneut den HW 1A hinauf bis nach Castle Junction. Unterwegs sehen wir erneut einen Schwarzbären, Rehe und einen GRIZZLY. In Castle Junction biegen wir ab auf den HW 93 in Richtung Radium Hot Springs und durchqueren den Kootenay Nationalpark. Wir erkunden den Marble Canyon sowie die Paint Pots, die schon die First Nations für Bemalungen aller Art nutzten. Einen weiteren Stopp legen wir am Olive Lake ein. Ab Radium Hot Springs ändert sich die Landschaft, sie wird trocken, karg - Kakteen wachsen. Nur die Berge bleiben. Entlang des HW 95 fahren wir nach Golden, wo wir bei zwei sehr netten Menschen für zwei Nächte unterkommen. Abends kochen wir Steak mit Tomate-Kokos-Gemüse.

Tag 15

Der Wecker klingelt wieder um kurz vor 6 und wir stehen sogar fast gleich auf. Nach dem Frühstück fahren wir in Richtung Yoho NP, den wir auf der Fahrt nach Banff ausgelassen hatten. Wir wollen zu den Hoodos laufen, pilzförmige Formationen im Sandsteingebirge. Doch so früh morgens ist dort noch niemand unterwegs und wir ohne Bärenspray und allein mit lautem Singorgan fahren dann doch erst einmal weiter. Zunächst zum Emerald Lake und der Natural Bridge, die von einem Wasserfall umspült wird. Nächster Halt ist der Tunnel Viewpoint, ein Spiraltunnel für die Transcanadian Railway. Wir folgen der Yoho Valley Road zu den Takkakaw Falls, die über 200 Meter in die Tiefe stürzen. Auf dem Weg zurück nach Golden erklimmen wir dann doch noch den Trail zu den Hoodos, was sich wirklich lohnt. Pünktlich zu Regenbeginn sitzen wir wieder im Auto.

Tag 16 und 17

Heute könnten wir mal ausschlafen, doch ein squirrelndes Squirrel im Baum vor unserem Fenster schmeißt uns aus dem Bett. Nach gutem Frühstück und nettem Gespräch machen wir uns dann gemütlich auf den Weg nach Revelstoke. Zunächst durchfahren wir den Glacier NP und laufen den kurzen Rockgarden Trail sowie den Hemlock Grove Boardwalk. Es schließt sich direkt der Mt. Revelstoke NP an, wo wir den Giant Cedars Boardwalk und den Skung Cabbage Trail laufen. In Revelstoke selbst beginnen wir die Auffahrt des Meadows in the Sky Parkway, bis das Tanklicht uns vorzeitig zum Umdrehen zwingt. Nach einiger Irrfahrt und einige Kilometer später finden wir auch unsere Unterkunft für die Nacht: die Arche Noah mit Frozen Yoghurt. Ganz schön seltsam hier.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 7 Uhr und wir beide stehen augenblicklich auf - nichts wie weg von diesem seltsamen Campingplatz! Diesmal fahren wir den Parkway bis zum Ende hinauf, vor lauter Nebel sieht man eigentlich nichts. Oben dann die Erkenntnis, dass das Shuttle zum Gipfel erst um 10 Uhr fährt. Also gemütlich im Auto frühstücken und die Menschen um uns herum beobachten. Wir nehmen den ersten Bus und wandern die etwa 7km (one way) zum Eva und Miller Lake über subalpine Wiesen und Geröllfelder. Zurück dürfen wir nur mit dem Shuttle zum Parkplatz fahren, da wohl ein Grizzly in der näheren Umgebung umherstreift. Können wir bestätigen, denn wir haben eine frische Bärentatzenspur am Weg entdeckt. Über Salmon Arm und kleine Nebenstraßen fahren wir noch bis Kelowna, wo wir in einem wirklich netten B&B übernachten und mit unseren Gastgebern einen schönen Abend am Lagerfeuer verbringen.

Tag 18

Das Bett hier im B&B ist einfach irre gemütlich. Um 8:30 Uhr gibt es jedoch Frühstück. Gegen 10 Uhr fahren wir weiter und folgen dem HW 10 nach Süden, ab Rock Creek wird es prärieähnlich und wir genießen tolle Ausblicke, während wir parallel zur US-Grenze nach Osoyoos fahren. Dort wird trotz - oder gerade wegen - der Trockenheit Wein und allerlei Obst angebaut, auch wir erstehen welches an einem der vielen Verkaufsstände. In der alten Minenstadt Hedley machen wir Mittagspause. Anschließend folgen wir dem HW 3 nach Princeton, wo wir schon früh im Motel einchecken. Nach kurzem Schläfchen fahren wir die Otter Lake Road entlang, sehen uns die Granite Creek Ghost Town an, fahren kilometerweis Schotterpiste, um eine zweite Ghost Town zu sehen, die wir niemals finden und drehen am Otter Lake schließlich um zurück nach Princeton. Abends gibt es Muscheln in Kokos-Tomatensoße.

Tag 19

Auf dem Weg nach Hope heute haben wir nur den Manning Provincial Parc eingeplant. Inmitten des Parks, der vor allem aus viel Wald besteht, biegen wir zum Lightning Lake ab. Dort entdecken wir, dass man sich Stand-Up-Paddelboards ausleihen kann, was wir auch gleich ausprobieren. Es ist zunächst eine ziemlich wacklige Angelegenheit, die aber sehr viel Spaß macht. Im Anschluss stürzen wir uns unter Erstaunen aller anderen Anwesenden in das kalte Wasser des Sees. Wir fahren weiter hinauf zum Cascade Lookout, endlich klar es sogar auf. Von hier oben kann man bis in die USA schauen. Wir genießen die Sonne und haben Spaß mit den zutraulichen Chipmunks, Squirrels und Nusskracher-Vögeln dort. Vorbei an Hope Slide, ein Gedenkort für einen totbringenden Erdrutsch, gelangen wir nach Hope, checken im Motel ein, sortieren unser Auto-Chaos und gehen in einem typischen Dinger essen.

Tag 20

Nach unruhiger Nacht im Motel fahren wir los in Richtung Vancouver. Unterwegs frühstücken wir das erste Mal wie viele Kanadier im Tim Horton. Der riesige Stadtteppich beginnt. Um keine Brückenmaut zu bezahlen, fahren wir eher ab und mitten durch Vancouver. Im Queen Elizabeth Park gehen wir ins Bloedel Conservatorium am höchsten Punkt im Park gelegen. Anschließend in die Innenstadt, wo wir bei unserem Gastgeber ein Zimmer mit grandioser, schwindelerregender Aussicht beziehen. Die Autorückgabe funktioniert quasi auch ohne große Probleme. Entlang des Hafens spazieren wir nach einer Stärkung in einer Brauerei zum Olympischen Dorf, fahren von dort mit dem Aquabus nach Granville Island, wo wir bei Wein, Nachos und Muscheln den Sonnenuntergang direkt am Wasser erleben.

Tag 21

Früh werden wir von der Sonne und dem Stadtlärm geweckt. Nach Keks-Kaffee-Frühstück machen wir uns zu Fuß auf zur Vancouver Art Gallery, wo momentan Picasso und Emily Carr ausgestellt werden. Im Anschluss laufen wir in Richtung Gastown, wo wir noch fehlende Postkarten besorgen und uns erneut in The Old Spaghetti Factory die Bäuche vollschlagen. Über Chinatown führt uns der Weg zurück an den False Creek und entlang des Wassers nach Yaletown. Im David Lamb Park genießen wir die Sonne und kühlen unsere Füße im Wasser. Spontan fahren wir erneut mit dem Aquabus nach Granville Island und bummeln ein wenig durch die Läden. Zurück in Yaletown finden wir nach einigem Im-Kreislaufen doch noch einen freien Tisch bei einem Japaner, essen viel zu viel und trinken Cocktails und Rhine Stone Kolsch.

Tag 22 und 23

Erneut weckt uns die Sonne und die Stadt noch vor dem gestellten Wecker. Wir genießen noch ein wenig die Aussicht aus dem Bett, bevor wir uns per pedes und dann per Canada Skytrain zum Flughafen aufmachen. Die Koffer sind schnell aufgegeben. Im Check-In werden zwei im Rucksack vergessene Wasserflaschen zu einem unvergesslichen Erlebnis für uns - danach sind wir erstmal bedient. Der Flug läuft dann wieder komplikationslos, das Essen ist erneut sehr lecker und geprägt von Apfelmuuuus. Schlafen können wir im Flieger kaum. Pünktlich landen wir nach knapp 8.000km und über acht Stunden Flug in Paris. Diesmal klappt der Check-In unsrer Rucksäcke reibungslos, dafür wird der mitgebrachte Whisky nochmals doppelt-und-dreifach verpackt und wir nochmal daran erinnert, ihn auch ja nicht vor Ankunft in Frankfurt zu öffnen. Oui madame. Wenn sie wüsste, dass dafür auf dem raschen Flug nach FFM eigentlich keine Zeit ist ... Jedenfalls landen wir gesund und munter wieder in der Heimat, verbringen den Tag mit Jetlagbekämpfung bei der Familie und freuen uns auf unsere nächste große Reise.