FRANKREICH-TOUR 28.08.-08.10.2011

42 Tage, 6.032 gefahrene Kilometer

Frankreich 2011 StepMap Frankreich 2011

Tag 1

Um halb acht beginnt die Reise. Erstes Ziel ist Thonon am Genfer See, von wo aus wir in die Französischen Alpen starten wollen.

An der Grenze zur Schweiz erleben wir noch echte Grenzpolizisten (wir kommen über Landstraße) und Plakate, die Stop l'immigration massive nach außen zeigen, stimmen uns nachdenklich. Landschaftlich jedoch überzeugt der erste Blick vom Jura-Gebirge auf die noch schneebedeckten Gipfel der Alpen am Horizont vollkommen. Nach einem Abendessen in Nyon endet der Tag mit einem fantastischen Sonnenuntergang in Thonon.

Tag 2

Nach frisch gekochtem Kaffee, Einkauf und Tankstopp folgen wir dem Tal der Dranse - die Berge um uns herum werden immer höher. In Le Jotty besichtigen wir die Schlucht Les Gorges du Pont du Diable  - sehr empfehlenswert. Das Wetter wird währenddessen immer sonniger. Unser Ziel heute ist Charmonix am Mont Blanc. Am nächsten Morgen wollen wir mit der Seilbahn auf den Aiguille du Midi fahren, so parken wir für kleines Geld in der Nähe der Talstation für die Nacht.

Tag 3

Früh klingelt der Wecker, das Wetter ist traumhaft. Die Angst vor der Gondelfahrt und schwindelerregenden Höhe auszustehen lohnt - die Sicht ist grandios, bis nach Italien können wir heute schauen. Wieder im sicheren Tal fahren wir weiter gen Süden und erleben auf kurvenreichen Straßen (D218B und D209) Schottland in Frankreich - verlassene, wunderschöne Natur.

Tag 4

Erneut weckt uns blauer Himmel und Sonnenschein. Die Fahrt geht weiter in Richtung Val d'Isère und Col d'Isèran. Verlassene Natur im Wechsel mit mit Skiliften und Bettenburgen zugebauten Berghängen. Die Berge werden karger und heller. Über den Col du Télégraphe fahren wir weiter in Richtung Col du Galibier. Les Granges ist unsere Station für die Nacht.

Tag 5

Die ganze Nacht hat es geregnet und gewittert, doch morgens lacht die Sonne wieder vom Himmel. So muss es sein. Auf dem Col du Galibier erklimmen wir noch zu Fuß das letzte Stück bis zum Gipfel und haben wieder eine traumhafte Berglandschaft zu unseren Füßen. Auf der anderen Seite des Passes machen wir länger Halt. In Briancon erkunden wir den Vauban. Über den Col d'Izoard gelangen wir in die Casse desserte - die Landschaft wirkt tatsächlich wüstenähnlich. Schlafplatz ist in Les Claux.

Tag 6 und 7

Über den Col du Vars fahren wir hinauf zum Col du Bonette, dem höchst befahrbaren Pass Europas auf 2840m. Vom nahen höchsten Punkt kann man bei guter Sicht bis zum Mittelmeer gucken. Die Abfahrt führt durch viele Täler und Schluchten, entlang der Tinée fahren wir in Richtung Meer. Kurz vor Nizza machen wir einen Abstecher zum kleinen idyllischen Ort La Roquette sur Var. In Nizza kühlen wir unsere Füße im Meer und fahren noch bis Grasse.

Früh stehen wir auf, um Grasse nicht im Touristenansturm zu erleben. Wir sind die ersten im Museum der Parfumerie Fragonard - wir machen eine Führung mit, die wirklich zu empfehlen ist. Zurück geht es an die Küste, über Cannes bis nach St.Tropez. Gemeinsam mit 1 Mio. Schnaken schlafen wir am Strand von Pampelonne.

Tag 8, 9 und 10

Wir verbringen die Tage um St.Tropez herum, schlafen den Regen weg und gehen in den Regenpausen an den Strand - L'Escalet ist unser absolutiger Lieblingsstrand. Ein Besuch von St.Tropez frühmorgens mit warmen, frischgebackenen Croissants darf auch nicht fehlen.

Tag 11 und 12

Heute verlassen wir St.Tropez und fahren in Richtung Grand Canyon du Verdon. Unterwegs halten wir in La Garde Freinet und gehen auf den Markt. So großartig wie sich das anhört ist es nicht, der Markt besteht aus 5 Ständen.

Unsere gewählte Route endet abrupt vor Montferrat - ohne Ankündigung Straßenvollsperrung. Also zurück durch das kleine Tal. Wir passieren das angeblich schönste Dorf Frankreichs - Tourtour. In fester belgischer Hand. Wir umrunden den Grand Canyon halb und finden einen netten Schlafplatz entlang des Weges.

Begleitet von klassischer Musik fahren wir nach Les Salles sur Verdon, wo wir uns ein Treetboot leihen, um den Canyon und den See zu erkunden und uns treiben zu lassen. Wir passieren Allemagne-en-Provence und finden einen Platz in Vinon-sur-Verdon.

Tag 13

Unser Weg führt uns weiter durch die Provence und seine malerischen Orte. Den Ort Bonnieux sehen wir uns zu Fuß an. Im Café Madame Blanche genießen wir den grandiosen Blick über die flache Ebene zu Fuße des Ortes und den Mont Ventoux am Horizont. Über Lacoste und Avignon gelangen wir nach Remoulins, wo wir einen Platz auf dem Campingplatz La Sousta finden. Grillenzirpen und Tauben-Schuhu inklusive.

Tag 14, 15 und 16

Früh fahren wir auf den Markt nach Uzès, doch die Menschenmassen schieben sich schon durch die Gässchen. Uzès ist ein sehr schönes Städtchen, das zum Teil seinen mittelalterlichen Charme noch erhalten hat. Und der Markt ist trotz Menschenandrang sehr zu empfehlen. Auch das Eiskaffee Passion Vanille in den Arkaden des Marktplatzes ist ein Besuch wert. Nach Falafel-Ekstase und eben Eisschlemmerei besteigen wir noch einen der drei Türme der Stadt und sehen uns den Jardin médival an.

Remoulins liegt am Gardon und ganz in der Nähe des aus römischer Zeit stammenden Pont du Gard. Wir fahren heute früh nach Collias, wo wir uns ein Kanu ausleihen und den Gardon hinabfahren. Wir sind die ersten auf dem Fluss. Nach kurzer Strecke hieven wir das Kanu auf einen Felsen, genießen dort die Sonne und beobachten Schulklassen und andere beim Vorüberpaddeln. Das Zusteuern auf den Pont du Gard rundet die Fahrt ab. Ein toller Tag endet mit Sonnenbrand, Moules und Wein.

Tag 17, 18 und 19

Wir sehen uns den Pont du Gard heute noch von oben an und fahren dann weiter in Richtung Mittelmeer. Die Nacht in Palavas ist schlaflos, Schnakenschwärme machen das Schlafen unmöglich. Über Sète und Narbonne-Plage erreichen wir Narbonne, die Stadt der Einbahnstraßen. Durch den Versuch, einen möglichst zentralen Parkplatz nahe der Kathedrale zu bekommen, sehen wir quasi die ganze Stadt. Die Kirche sehen wir uns dennoch an. Einen weiteren Halt machen wir gegen Abend in Carcasonne - von außen eindrucksvoll, innen schrecken uns die drängelnden Menschenmassen und kitschigen Touristenangebote eher ab.

Tag 20, 21 und 22

Heute geht es in Richtung Pyrenäen und nach Andorra. Unser Eindruck:  es gibt eine Hauptstraße und ein großes Tal, in dem sich etwa sechs Skigebiete mit riesigen Bettenbunkern aneinanderreihen. Kurz vor der spanischen Grenze können wir noch günstig tanken und einkaufen. Den Zollbeamten enttäuschen wir - wir haben keine einzige Stange Zigaretten gekauft. Um nicht durch das eher trostlose Tal zurückfahren zu müssen, fahren wir ein Stück durch Spanien.

Wir übernachten auf dem Col d'Aspin und werden bei Morgendämmerung von einer muhenden und Glocken-klirrenden Kuhherde geweckt. Es entpuppt sich als richtiges Schauspiel:  eine Kuhherde taucht aus dem Nebel auf, wandert an unserem Auto vorbei und beginnt oberhalb auf der Wiese zu grasen. Ein heranrückender Bauer treibt die Herde wieder zurück. Währenddessen taucht die nächste Kuhherde aus dem Nebel aus - das Procedere wiederholt sich einige Male. Der weitere Weg führt uns über den Col du Tourmalet, wo es schneit und Lamas herumlaufen, den Col du Soulor und den Col d'Aubisque. Bis zum Meer ist es nicht mehr weit und da es in den Pyrenäen momentan vor lauter Nebel sowieso nicht soviel zu sehen gibt, fahren wir noch bis nach St.Jean de Luz am Atlantik.

Tag 23, 24 und 25

Wir bummeln durch St.Jean-de-Luz und vertreiben uns den Tag mit Einkaufen und Nichtstun. Am Abend finden wir auf einem schönen Rondell neben vielen weiteren Campern und Surfern einen Parkplatz - hier wird uns bestimmt niemand wegschicken, denken wir. Doch wie es eben leider so ist, Idioten gibt es überall. Ein Lagerfeuer mitten zwischen den Autos auf dem Parkplatz zu entzünden findet die Polizei dann doch weniger schön - zum Glück schickt sie nicht alle weg.

Den nächsten Tag verbringen wir am Strand am Fuße des Parkplatzes, sehen den Surfern zu, sammeln Steine und Muscheln und lassen die Seele baumeln. Ganz in der Nähe finden wir am Abend ein Garagenlokal, wo wir zwei nette Menschen aus der Heimat kennenlernen. Auch der nächste Tag ist Strandtag. Abends gibt es wieder lecker Moules. Wie lang essen DIE denn? Zum Glück ist mein Bester so schlagfertig:  Solang bis wir satt sind!

Tag 26 bis 30

Nach einem Abstecher nach Biarritz fahren wir bis zur Dune du Pilat - Plage Petit Nice. Hier können wir einfach abschalten und die Tag passieren lassen. Nur zum Einkaufen muss man ein Stück fahren (z.b. nach Teste-de-Buch).

Tag 31 und 32

Quer fahren wir ins Landesinnere bis nach Moissac. Moissac liegt am Jakobsweg, wir sehen uns das sehr schöne Kloster und die Kirche an. Im gesamten Kloster hat einzig eine Figur die revolutionäre Wut überstanden und ihr Gesicht behalten, was uns noch über unseren Besuch dort hinaus beschäftigt.

Durch wunderschöne Landschaft geht es am nächsten Tag weiter bis nach Cordes-sur-Ciel. In diesem Ort auf einem Hügel gelegen fühlt man sich dem Himmel wirklich näher und der Welt auf eine gewisse Weise entrückt. Es mag auch daran liegen, dass außer uns nur Katzen sind, aber es ist eine zauberhafte Stimmung. In einem Restaurant an der kleinen alten Markthalle essen wir zu Abend. Wunderbar.

Tag 33

In Albi sehen wir uns die ganz aus Backstein gebaute Kathedrale an - gigantisch. Innen ist sie einfach wunderschön gestaltet, zu sehen ist auch der angeblich einzige Lettner Frankreichs, der die Revolution überlebt hat. Über Millau und das Tal der Jonte führt uns der Weg weiter zurück in Richtung Mittelmeer.

Tag 34 bis 42

Am Abend erreichen wir erneut Uzès, wo wir noch Wein kaufen. Über die Autobahn führt uns der Weg schnellstmöglich zurück ans Mittelmeer um St.Tropez.

Wir fahren zum Leuchtturm von Camarat, von wo aus man eine schöne Sicht auf die Côte d'Azur hat. Das ganze Meer ist ein Meer aus Segeln - es ist Segelregatta in St.Tropez. Über kurvenreiche Straßen fahren wir nach Cavalaire-sur-Mer und gehen in St.Croix-de-Valmer schwimmen. Auf unserem Weg liegt auch das Örtchen Gassin oberhalb von St.Tropez gelegen und mit grandioser Aussicht auf das Mittelmeer.

Noch vor Sonnenaufgang stellen wir uns den Wecker und machen uns auf den Weg nach St.Tropez. Während die letzten Schwärmer der Nacht nach Hause torkeln, die Straßen von der Nacht saubergespritzt werden und erste Beiboote von den großen Schiffen in den Hafen kommen, um Frühstück zu besorgen, sehen wir uns die Segelboote an und genießen diese besondere Atmosphäre.

Nach erholsamen Strand- und Nichtstun-Tagen fahren wir entlang der Küste, um von Cannes über Grasse der Route Napoléon zu folgen. Irgendwann erreichen wir die Autobahn und mit der wunderbaren Sendung Was geschah? nach einer etwas übermotivierten Fahrt die Heimat.