11.Januar 2016

Gedankenkreisen, die Leichtigkeit des Seins war gestern. Das Abstellen gelingt momentan mäßig. Der gelesene Spruch Ich wäre dann jetzt bereit, abgeholt und ans Meer gebracht zu werden. trifft den Nagel auf den Kopf. Also sitze ich noch ein bisschen hier, denn beim Aufräumen und Aktivsein wird mir eh schwindelig, putze mir zum tausendsten Mal meine wunde Nase, trinke die zehnte Tasse Ingwertee und warte auf das Taxi ins Wunderland.


01.November 2015

Herr Herbst


Wenn die ersten Blätter fallen,

der  Wind schlägt kalte Töne an,

sich Gedanken an den Sommer krallen,

dann kommt rasch der Herbst heran.


Das Gelb befällt das Grün der Bäume

und rasch kommt auch das Rot hinzu,

erste winterliche Träume

vertreibt das irre Bunt im Nu.


Doch zieht der Nebel kalt und grau

und feucht in alle Ecken,

der Himmel kennt nur Grau, kein Blau,

man sich im Warmen mag verstecken.


Herr Herbst mit unzählig` Facetten,

mal bunter und mal grauer Hut,

doch mag ich ihn, den Netten,

auch wenn er stürmisch, kalt und verregnet tut.

Weitere herbstliche Bilder haben den Weg in die Bildergalerie gefunden.


30.Oktober 2015

Ein Restaurant am Marktplatz in Teltow. Es ist ein Herbstabend, früh dunkel, kaum noch jemand auf den Straßen unterwegs.

Im Restaurant Gemütlichkeit, kaminrot gestrichene Wände, spinnenwebartige Vorhänge vor den Fenstern - das muss wohl schon die Dekoration für das herannahende Halloween sein. Interessant, neu. Sowie der frittierte Rucolasalat unter dem gebackenen Ziegenkäse. Neu auch der Dialekt und die etwas ruppige Art, aber man fühlt sich wohl.

Am Nachbartisch sitzt ein Ehepaar nebeneinander auf der Bank - wie ich, denn von dort hat man immer den besten Überblick. Gegenüber sitzt ein älterer Herr, wahrscheinlich der Vater von einem der beiden. Er ist aufgeweckt, erzählt von seinen täglichen Abenteuern, der Kunst, seinen Freunden, seinem Leben. Er füllt das Abendessen aus, den Tisch, so sehr, dass seine Persönlichkeit bis zu uns durchdringt. Macht er eine Pause, um zu trinken, so herrscht Stille am Nachbartisch. Gebannte, beobachtende Blicke des Ehepaares auf den älteren Herren. Das Warten darauf, dass er seine Erzählungen wieder aufnimmt. So sehr sein Tag auch ausgefüllt ist, es fehlt etwas. Das Liebste in seinem Leben fehlt und diese Lücke ist auch durch die Kunst und die kleinen täglichen Abenteuer nicht zu füllen. Das spürt man, auch das schwappt zu uns herüber.

Nachdem der ältere Herr alleine seinen "guten, doppelten Verdauerli" getrunken, die Rechnung für den gesamten Tisch bezahlt und seine Jacke angezogen hat, kommt er zu uns an den Tisch. Er fragt, ob es uns denn genauso geschmeckt habe. Aber was er auch ohne Worte zu uns sagt ist, dass ihm etwas oder vielmehr jemand fehlt. Es mache ihn sehr glücklich, so ein junges, verliebtes Ehepaar zu sehen. Das gäbe es nur noch selten. Er bedankt sich, lächelt und wendet sich mit Tränen in den Augen ab. Wir winken zum Abschied und geben auch ihm ein Lächeln mit auf den Weg. Dabei laufen auch mir die Tränen über die Wangen. Da greift er über den Tisch nach meiner Hand, hält sie ganz fest und lächelt mich an: Hey, ich bin bei dir, und das wird auch immer so bleiben.

Leben, lieben und lachen wir, halten wir uns fest und versuchen wir, auch anderen Menschen von dieser Liebe etwas abzugeben und ihnen Halt zu geben.


08.November 2014

 

Wenn man den Zirkus FlicFlac erlebt, kommt es schon vor, dass man plötzlich laut aufschreit, vergisst zu atmen oder die Hände schwitzig werden. So haben wir es gestern erlebt.

Da musste ich direkt an eine unserer letzten Neurologie-Vorlesungen denken, in der es darum ging, dass sich eine immer mehr aufgebaute Erwartungshaltung bei einem überraschenden Ende in eine physische Reaktion entladen muss. Knatterndes Motorenaufheulen irgendwo außerhalb des Zeltes, spannungsgeladene Musik "Spring, spring." sowie keine Idee, was jetzt genau passieren wird, das war so eine Situation. Da blieb einem fast nichts anderes übrig, als aufzuschreien. Ein Zuschauer warf sich auch bei jedem Sprung der Motorradspringer die eigene Jacke über den Kopf, andere hielten sich die Augen zu oder fassten sich auf die Brust. 

Und auch merkte man, dass je älter man wird, der Kopf immer mehr dazwischenfunkt. Wo man als Kind einfach staunend saß und zugesehen hat, das alles nicht wirklich greifen oder für real halten konnte, so macht man sich jetzt schon Gedanken darüber, was diese Artisten alles auf sich nehmen, um zu gefallen. Da bleibt einem oft nichts anderes übrig, als die Luft anzuhalten und die Daumen zu drücken, dass alles gut geht.

 

 

27.Oktober 2014

Bis ans Ende der Welt sind wir gereist, um gemeinsam bis ans Lebensende zu gehen. Das Gefühl am Finger ist wunderbar. Und die Vorfreude auf das kommende Jahr und unseren Tag nimmt mit jedem Tag zu. Wer hätte das gedacht?!

 

 

25.Oktober 2013

Die Zeit verfliegt. Der Herbst ist da. Dinge haben sich verändert, Dinge sind gleich geblieben. Zum Glück.

 

Es ging um die Psychologie von Glück und Wohlbefinden. Prävention.

Und um den Flow. Der Flow, das ist ein Zustand des reflexionsfreien Aufgehens in glatt laufender Tätigkeit.

Es gibt Momente, da wünscht man sich den Flow herbei. Gute Kindertage. Im Kinderzimmer ein Haufen Lego-Chaos und man selbst mittendrin. Ausgeräumte Regalfächer, um Platz zu schaffen für das neue Wohnzimmer von Barbie und Ken. Und dort auf der Fensterbank wird gerade die Küche eingerichtet.

Dabei läuft das Radio mit den aktuellen Chart-Hits. Wuuh, englische Sprache. Man versteht eigentlich nichts, singt aber dennoch lautstark mit.

Und die Zeit ist egal, ganz egal. Das ist der Flow.

 

In der Spielwarenabteilung bleibt man verträumt stehen und würde am liebsten etwas kaufen, um gleich daheim damit zu spielen.

Dabei ertappt man sich schon von Zeit zu Zeit bei den Gedanken, wie es wäre, eigene Kinder zu bekommen.

 

Doch wenn man genau hinsieht, dann kann man auch jenseits der Kindheit den Flow finden. So passiert es, dass man aus dem Urlaub tütenweise Muscheln mit nach Hause bringt und sich dann fragt, woher man diese hat und was man eigentlich damit machen wollte. Aber beim Muschelnsammeln kann man genau diesen Flow erleben. Nach einiger Zeit ist es völlig egal, ob es regnet, ob die Wellen einem die Hosenbeine völlig durchnässen oder ob man sich einige Strandkilometer von seinem Auto entfernt hat - einzig der Gedanke zählt, eine Muschel, schöner als die vorherige, zu finden.

 

Also darf man sich auch keine Gedanken darüber machen, wenn der eigene Freund schmunzelnd neben einem steht, während man selbst vergnügt und gedankenlos Kastanien sammelt.

Aber: ausprobieren, es macht glücklich!

 

Zu Hause, dachte er, zu Hause, das ist der Mensch,

nach dem dein Herz sich sehnt,

der Mensch, dem dein Herz sich öffnet.


[Herr Mozart wacht auf . Eva Baronsky]

 

 

27.Oktober 2011

Die Zeit verfliegt. Der Herbst ist da und dabei war es doch eben noch Frühling. Eben saßen wir doch noch am Main und haben uns über die ersten richtig warmen Tage gefreut. Eben waren wir doch noch die, die eine halbe Stunde vor Vorlesungsbeginn schon press vor den Türen des Hörsaales standen, um sich dann mit Drängen und Schubsen einen Platz in der ersten Reihe zu erkämpfen.

Und jetzt? Jetzt geht kaum noch einer hin! Was wäre Uni, wenn keiner hingehen würde? Jetzt sind die neuen Erstis da. Hochmotiviert.

Und man selbst hat sich schon daran gewöhnt. Gewöhnt an diesen Trott: Aufstehen, Kaffee kochen, Buch aufschlagen und weiterlernen. Und plötzlich ist es draußen dunkel und man fragt sich, wo der Tag geblieben ist. Man kriegt nichts mit.

Ob man was falsch macht? Den Spagat schaffen zwischen beidem, das muss man noch lernen.

Dabei ist die Gewissheit endlich angekommen: DAS IST MEIN DING! Mein Ding, dass ich unbedingt durchziehen will. Komme, was wolle. Das ist es einfach.

 

haarscharf

am Erfolg vorbei

bin ich so dumm?

fragt man sich

nein

man muss sich aufraffen

und es besser machen

an sich glauben

wachsen

und siehe da

es klappt doch!

 

April 2011

 

Versuche, den Frühling einzufangen, so dass er auf keinen Fall wieder verschwinden kann.

 

 

 

Januar 2011

Es ist Abend. Draußen richten sich Minus-Grade mal wieder gemütlich ein. Und der Herr Regen kommt zu Besuch. Überall wird wieder vor Spiegelglätte gewarnt.

Ihre Tochter soll nicht alleine in die Stadt fahren, da sie doch gerade erst den Führerschein gemacht hat. Die Angst um sie, weil sie noch nicht genug Fahrerfahrung hat, um gleich mit der Spiegelglätte alleine zurechtkommen zu müssen.

Eine Frau bekommt das Gespräch zwischen Mutter und Tochter darüber mit. Sie mischt sich ein: Naja, das wäre ja schon ganz schön schlimm, wenn das Auto dann kaputt wäre. Wo man doch so darauf angewiesen ist.

 

Dabei ging es doch um die Tochter.

 

 

November 2010

 

 

es ist das Wissen, dass man nach Hause kommt und dort jemand wartet, der dich liebt.

das ist ein unheimlich beglückendes Gefühl.

 

 

du bist so

wie du bist

so

wie du bist

liebe ich dich

 

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Es ist ganz schön erschreckend, wie aggressiv Deutschland schon morgens um 6 Uhr ist. Drängeln, Hupen und waghalsiges Überholen bei glatter Fahrbahn. Und das, obwohl man selbst schon schnell genug fährt.

Und was bringt das ganze Überholen? Nichts. Ha. Denn an der nächsten Ampel hat der Überholte den Überholer eh wieder eingeholt. Da fahre ich doch lieber etwas langsamer und komme heil an.

 

Da könnte man sich mal eine Scheibe von den Schotten abschneiden. Dort fahren zwar alle, als wären sie auf der Flucht. Doch es wird nicht gedrängelt und gehupt oder gar um die Vorfahrt gekämpft. Man lässt einfach mal den anderen vor, winkt sich nett zum Dank zu und lächelt. Das ist doch was.

 

Mit einem Lächeln sollte der Tag anfangen und nicht mit solch einem aggressiven Gehabe.

 

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Kaum Zeit für anderes. Knochen, Bänder und Gelenke haben jetzt erst einmal Vorrang. So irgendwie. Naja, es wäre wirklich toll, wenn ich die Klausur bestehen und Weihnachten dadurch umso schöner werden würde.

 

Die Zeit zwischen dem Abitur und dem Studiumsanfang war wunderschön. Besonders mit ihm. Und natürlich den Schotten. Mal wieder wurden viele zu viele Bilder von dieser tollen Zeit gemacht. Die sortieren sich nur leider nicht von selbst ... aber mal sehen. Vielleicht kann ich sie ja noch dazu bewegen :)

 

Der Herbst war wunderschön. Diese Farben. Man fährt durch den Wald und schon lacht das Herz. Rot, gelb, grün, lila, orange, tannengrün. Ein Feuerwerk.

Leider fallen die Blätter viel zu schnell.

 

Herbsttag:

Juni 2010

 

Immer noch ABITUR. Und jetzt sogar Schwarz auf Weiß.

Heute unser letztes Ballspiel: Der Abiball. Die Mannschaft verlässt die PSI und das endgültig. Waren schöne Jahre dort auf dem Schloss.

Und schon muss man sich um die Unibewerbung kümmern, dass das Lernen auch bald weitergeht.  

In knapp 8 Wochen ist auch mein Praktikum vorbei und dann kommt endlich die Phase des Durchatmens, bevor es im Oktober dann hoffentlich schon weitergeht.

Zwischendurch werden Fenster eingebaut, fertig gestrichen, Laminat verlegt, Küche eingebaut, Möbel gekauft und eingeräumt. Wir ziehen zusammen und das wird wunderbar :) <3

 

Und was sich nun mal wieder zeigt: Danke an die, die es dann doch besser gemacht hätten (aber nie auch nur einen kleinen Finger gekrümmt haben)!!

 

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ABITUR! Ein wahnsinnig gutes Gefühl. Es ist vorbei.

Nie wieder Geschi-Daten auswendig lernen, Deutschlektüren bis aufs kleinste Detail auseinandernehmen, "Es ist ein Schnee gefallen" singen, die Wahrscheinlichkeit für die und die Note berechnen, Seil-oder Bänderküren erstellen oder gar zwischen zwei Linien hin- und herrennen (Beep-Test), sich in Englisch über schlechte Lehrerlaune ärgern und sich wieder nach dem Bett sehnen, furchtbar zeitaufwendige, komplexe PoWi-Referate bewältigen, über Gott diskutieren und die neuesten pedagogischen Methoden mit biologischen Inhalten testen.

Aber auch nie wieder die Freistunden mit furchtbar lieben Menschen in den Nischen des Schlosses genießen, während einem die Sonne an der Nasenspitze kitzelt, nie wieder Kuchen essen, bis einem schlecht ist, nie wieder endlos lange Kurs-Shirt-Diskussionen ohne Ergebnis, nie wieder "Jetzt! ... Da wärs gewesen!" oder "Ihr singt das so mickymausisch!", nie wieder Parkplatzsuche oder Wanderei vom Container zum Schloss, nie wieder Mathe- und Musik-LK mit denen, die mir ans Herz gewachsen sind, nie wieder Musical oder Kammerchor und nie wieder noch so vieles mehr.

Dennoch froh, dass die Schulzeit jetzt vorbei ist und irgendwo ein neuer Lebensabschnitt wartet. Erinnerungen, Erfahrungen, gute wie schlechte, und Momente sind im Gepäck für alles Neue, was jetzt so kommt. Ich bin gespannt!

 

Mai 2010

 

"Kaum scheint die Sonne ein bisschen, ziehen die Leute alles aus, was sie anhaben."
Kaum zu glauben, aber wahr: Wenn man seine Schuhe auszieht, dann ist man in den Augen von manchen Menschen schon quasi nackt!

Diesen Kommentar muss man sich also (von einer bei 26°C und Sonnenschein mit Schal und Fleecejacke vermummelten Person) anhören, wenn man nach 6 Stunden Wanderei durch die Wilhelma (Stuttgart) voller Erleichterung seine Schuhe und Socken auszieht und das erste Mal in diesem Jahr barfuß über eine Wiese läuft!

Erstaunlich wie manche auch bei dem tollsten Wetter noch so brummelig sein können.

 

Es dauert tatsächlich nur eine halbe Stunde, dann ist unser selbstgebautes Bett in den Renault eingebaut und dieser zum ultimativen Urlaubsmobil umfunktioniert. Dann muss man nur noch gute Musik, genügend zum Trinken und Essen, die Kameras und eventuell auch was zum Anziehen einpacken und losfahren.

Die zwei Tage Stuttgart waren super schön. Hätte nicht gedacht, dass wir es schaffen, morgens um 5 Uhr (also eigentlich ist das ja noch mitten in der Nacht) aufzustehen und loszufahren. Aber man kann sich ja auch immer wieder selbst überraschen. Um 8 Uhr standen wir dann sogar schon verfrüht vor der Wilhelma. Ein wunderschöner zoologischer und botanischer Garten noch aus kaiserlichen Zeiten. Und dazu dieses wahnsinnige Wetter, was jetzt ja auch mal langsam wieder kommen könnte!

Nach 8 Stunden Wilhelma-Wanderei begeben sich zwei Verrückte dann auch noch zu Fuß auf Stuttgarterkundungstour. Und natürlich auf die Suche nach tollen, architektonischen Bauten. Wobei das wohl eher nach einer Stuttgarterkundungstour in der Gangart Schleichen ausgesehen haben muss. Aua-Füße!

Mit einem perfekten Schlafplatz mit Panorama-Ausblick auf Stuttgart und einem wunderschönen Sonnenuntergang ging der Tag schließlich zu Ende. Wobei man das abschließende Kommentar auch nicht vergessen sollte: "Oh, das sieht ja schon viel besser aus, so von Nahem. Von weiter weg dachte ich, Sie hätten vier Beine!"

Na, da bin ich doch ganz froh, dass ich da aus lauter Liebe nicht zwei zusätzliche Beine übersehen habe. :)

 

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Harmoniebedürftiger Idealist
Du zeichnest dich durch eine komplexe Persönlichkeit und ein reichhaltiges Innenleben aus. Du bist von Natur aus warmherzig, Anteil nehmend und einfühlsam. An dich und andere stellst du hohe Erwartungen. Für deine Mitmenschen hast du ein gutes Gespür und bist oft ein sehr guter Menschenkenner. Meistens bist du jedoch zurückhaltend und vertraust deine Gedanken und Gefühle nur wenigen Menschen an, denen du vertraust. Ablehnung oder Kritik verletzt dich tief. Konfliktsituationen sind dir unangenehm, du bevorzugst harmonische Beziehungen. Wenn dir ein Ziel aber wirklich wichtig ist, kannst du es mit an Sturheit grenzender Beharrlichkeit auch gegen Widerstände durchsetzen.
...Das bin ich...wie kann so ein Test das wissen? Hm...

April 2010

 

Zusammen mit dir in die Zukunft. Denn wir können unsere Zukunft daraus machen! <3

 

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Ich glaube, ich stehe unter Schock. Ich kann das nicht begreifen. Normal ist das nicht. Möchte seine Hand nehmen und losrennen.

Nichts findet hier Anerkennung.

Niemandem geht es schlechter als ihnen.

Alles andere ist egal. Andere sind egal. 

Solange nur nicht der wohlverdiente Urlaub gestört wird.

 

 

März 2010

 

Menschen kommen, Menschen gehen. Sogar die, von denen man es nicht erwartet hat. Aber vielleicht muss man das irgendwann einfach akzeptieren.

 

Plötzlich ist das Ziel vor Augen erst einmal weg. Seit Januar (na gut, eigentlich ja 13 Jahre) darauf hingearbeitet und dann ist die Woche einfach wie im Flug verflogen. Drei schriftliche Prüfungen sind weg. Und: im Nachhinein war es eigentlich gar nicht so schlimm, dieses befürchtete schriftliche Abitur. Ich möchte feiern, aber irgendwie bin ich gerade erstmal ganz schön ko.

Du musst niemandem etwas beweisen, ich liebe dich auch ohne Punkte. Nein, da hat er recht. Niemand muss ich etwas beweisen. Nur mir selbst. Wenn es 13 Jahre lang gut war, dann sollten diese drei blöden Prüfungen, auf die es ankommt, nicht schlecht sein. Naja.

Es ist ein wahnsinnig gutes Gefühl, wie alle hinter einem stehen bzw. gestanden haben. Danke für die vielen, lieben SMS, die Nachsicht in den letzten Wochen, den Kuchen, die Rosen, das Daumendrücken und das wirklich tolle Plakat!

 

Februar 2010

 

Musik ist etwas Wundervolles.

Und jetzt sind es nur noch 2 1/2 Wochen, dann gehts los.

 

 

Januar 2010

 

Ich glaube, ich habe mein Vertrauen in diese Sache, die man Freundschaft nennt, verloren. Was ist das schon? Ich dachte, auch wenn alle gehen, so bleibt sie doch für immer. Schließlich waren wir immer wie Schwestern gewesen. Sie und ich. Doch ohne auch nur tschüss zu sagen ist sie gegangen. Wieso? Warum? Ich weiß nicht, weshalb. Plötzlich war sie einfach nicht mehr da. Hinterhergeschrien habe ich ihr. Sie soll mir sagen, wieso. Was ich falsch gemacht habe. Was man denn ändern könnte. Doch anscheinend war der Gegenwind so stark, dass meine Rufe nicht bei ihr ankamen. Hallo?! Bleib doch stehen und nimm mich mit. Wir haben das doch schon so oft geschafft wieder zueinander zu finden, oder nicht?!

Denn Freundschaften müssen Krisen durchleben. Und Krisen gab es und das nicht zu knapp. Doch eigentlich war es danach immer besser gewesen als vorher.

Ich möchte ihr ins Abi-Jahrbuch schreiben, dass ich sie immer noch sehr lieb habe. Ja, immer noch. Dass es eine superschöne Schulzeit mit ihr gewesen ist, egal wie oft es hoch und runter ging. Aber ob sie das hören will?

 

 

Dezember 2009

 

Ich höre Yann Tiersen, La Noyée. Natürlich in Dauerschleife. Mein Herz hüpft dabei und ich glaube, gleich hüpft es aus mir heraus und macht sich auf den Weg zu ihm. Kennt ihr das, wenn man ganz unerwartet durch ein schönes Lied in einen Strudel aus Glücksgefühlen gerät? Hui, unbeschreiblich. Man mag vielleicht denken, wir seien viel zu jung um wie ein altes Ehepaar ständig und jeden Tag aufs Neue beieinander zu sein. Aber wir unterscheiden uns eindeutig von diesen. Denn jeder Tag ist einfach anders wundervoll. Nach gestern Abend, ein bescheuerter Abend übrigens, weil solche Situationen einen so gefangen machen, obwohl man eigentlich flüchten möchte, hat gezeigt, wie wichtig er mir ist. So wichtig, dass ich ohne ihn nicht mehr leben könnte. Ich sage Ich liebe Dich und meine doch so viel mehr. Ich brauche Dich, Ich verlasse mich auf Dich, Ich habe Vertrauen in Dich, Ich glaube an Dich, Ich fliege durch Dich, Ich strahle durch Dich. Natürlich liebe ich dich auch. Was auch immer diese Liebe ist, die man nicht beschreiben kann. Einfach das Gefühl, den passenden Teil für das eigene Leben gefunden zu haben.

Das Lied ist überhaupt viel zu kurz. Aber wunderschön.

 

 

Hilfe, Stopp! Ich möchte auch hinterherkommen. Es ist schon bald wieder Weihnachten. Man rast von Klausur zu Klausur, vom Bett in die Schule an den Schreibtisch und merkt kaum, wie die Wochen nur so dahinfliegen. Und jetzt, jetzt ist es einfach schon wieder vorbei. Ein halbes Jahr ist vergangen, seit wir in Lacanau unsere Rakete haben steigen lassen. Ein halbes Jahr. Jetzt stapfen wir durch Schnee, anstatt durch Sand. Es ist bitterkalt und irgendwie ist das wunderschön. Alles ist weiß, die Nasen sind rot. Weihnachtskonzerte, Tee vorm warmen Ofen ... der Stress hat jetzt für 3 Wochen mal in irgendeiner Ecke zu verschwinden. Husch, husch!

Bald ist die Schulzeit vorbei. Vorher gilt es noch, sich für das große Finale alles mögliche Wissen der letzten 2 Jahre in das Gehirn reinzustopfen, damit auch alles klappt.

Aber erst einmal Weihnachten!

 

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Wir bekamen in Deutsch die Aufgabe, ein expressionistisches Gedicht über den Krieg in Afghanistan zu schreiben. Wie kann man den Krieg in Afghanistan verdichten, wenn man sich nicht vorstellen kann, wie das ist. Was Krieg ist. Was es heißt, jeden Tag um sein Leben fürchten zu müssen. Krieg ist so fern und doch so nah. Und doch wird sogar behauptet, das in Afghanistan sei kein Krieg. Wie kann man das beurteilen, wenn man so weit entfernt ist?

 

Vorbei

ist alles was mal war.

Der Krieg, der alles ändert.

 

Gefangen in der eignen Haut,

die Flucht hinaus gelingt nicht.

 

Der Schrei, der in der Kehle brennt,

entfacht ein wildes Feuer.

 

Die Dunkelheit umfasst die Welt,

zerstört durch blinde Wut.

 

Und tot ist alle Liebe.

 

 

fassungslos

 

das perfekte Äußere trügt doch so oft

es erdrückt den Trügenden

bis er keine Antwort mehr geben kann

auf das Warum? der Zurückbleibenden

 

Alles erstarrt. Bedrückung und Fassungslosigkeit schleichen durch die Flure der Schule. Das Warum? geistert durch alle Köpfe, liegt auf der Zunge und ist Thema von fast jedem Gespräch. Warum hat er sich umgebracht, wo doch für alle anderen alles ok aussah in seinem Leben? Und er, er kann keine Antwort mehr geben ... Er hatte noch Träume. Wie verweifelt und erdrückt muss man sein, um das alles aufzugeben?

 

 

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...und schon ist man ersetzt und keinen interessiert es, wie es einem geht. Dabei hat man doch jahrelang seine Zeit und Engagement dafür hergegeben. Das Gefühl ist erdrückend.

 

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Das war unser Sommer. Frankreich, Italien, Österreich und Deutschland.

6600 Kilometer gefahren in fünf Wochen, dabei 3000 Bilder gemacht und 1 000 000 Sterne gesehen. Und noch viel mehr erlebt. Paris am 14.Juli mit viel zu vielen Menschen. Regen, aber viel mehr Sonne. Normandie und Bretagne. Feuerwerke am Himmel und im Bauch. Und auch Sternschnuppen. Schwimmen im Eismeer im Norden, Atlantik, Mittelmeer, Adria und in Seen. Und in der Isar [KALT!]. Berge und Täler.

Bunker entlang der gesamten Atlantikküste Frankreichs. Erst heidebewachsene Steilküste, später surferüberfüllter Sandkasten. Große Wellen oder Badewanne. Fisch in allen Variationen: In Schale, aus der Büchse, frisch oder selbstgefangen.

Le Mont St. Michel. Viel Baguette bevorzugt mit Tomate und Mozzarella. Muscheln gegessen und gesammelt. Reichegucken in St. Tropez und pinke Luftmatratze "gefunden". Kayaktour durch die venezianische Lagune. Venedig selbst. Also Burano und Murano. Heimfahrt über die Großglocknerstraße. Mit FlipFlops im Schnee und am Gletscher. Baden im Schlier -und Tegernsee. Ei kommts ma bei misch. Da gehts ihr einfach da und dann da und dann seid ihr scho doa. Joa mei, da würd i jetz oaba auch gern neihupfe! Dann nach Mittenwald, an die Zugspitze und nach Hause.

Ich liebe dich.

 

 

 

 

"wenn ich an dich denke, macht mein Herz ganz doll bumm bumm"

 

weißt du was? meins auch.

 

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was ein Glück ich doch habe

 

und ich bin so glücklich mit dir

es fühlt sich so richtig an

 ♥